Bürgerinitiative Naturschutz-Siebengebirge e.V.

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Intensivkur für Obstbaumstämme

Intensivkur für Obstbaumstämme 

Im vergangenen Jahr mussten wir eine nicht geringe Anzahl von zum Teil jungen Apfelbäumen der Fläche am Schnitzenbusch entnehmen und verbrennen. Der Rindenbrandpilz hatte die Bäume befallen und drohte sich über den gesamten Bestand zu verbreiten. Als Konsequenz daraus haben wir Maßnahmen ergriffen, damit das nicht so einfach wieder passiert. Die Gründe für die Anfälligkeit lagen in der Trockenheit und der starken Sonnenbestrahlung. Dadurch platzte die Rinde teilweise auf und der Pilz konnte sein zerstörerisches Werk beginnen.
Kfige

Hacken
Als erste Maßnahme wurde im zeitigen Frühjahr um die gefährdeten Stämme eine Schilfmatte gelegt, die die extremen Temperaturschwankungen in diesem Frühjahr abmilderten. In einem nächsten Schritt bekamen die Bäume im unteren Bereich der Wiese einen Kalkanstrich, der das Sonnenlicht reflektiert und die anfliegenden Schwarzer Rindenbrand- Pilzsporen eleminieren soll. Dazu mussten alle Drahtkäfige geöffnet und rund um die Stämme der Bewuchs und die Matten entfernt werden. Außerdem gab es noch eine Portion von biologischem Dünger, der die Apfelbäume stärken wird.
Kalkdngung
Den obere Bereich der Schnitzenbusch-Streuobstwiese haben wir mit Ausnahme der Bodenbearbeitung alternativ behandelt. Statt des Kalkes nahmen wir hier eine Stammdüngung mit einer Mischung aus Kuhdung, Hornspänen und Lehm vor. Dieser Bereich ist nicht so stark der Sonne ausgesetzt und der Schwarzer Rindenbrand geringer aufgetreten. Beide Verfahren wollen wir nun beobachten und für das nächste Jahr die optimale Maßnahme auswählen.
lehmanstrich
Bast
In kleiner Besetzung und C19-konform auf Abstand gingen wir zu Werke. An mehreren Einsatztagen bekam die Fläche den größtmöglichen Schutz. Nun hoffen wir, dass die Bäume gesund bleiben und wir uns im späteren Jahresverlauf auch wieder in größeren Gruppen um die Obstgehölze kümmern können, Arbeit gibt es mittlerweile genug.

Fotos © Chris Harraß



Apfelblte

Baum ab und Baumschutz


Naturschutz in Corona-Zeiten? Bei der BNS geht da trotzdem noch was, denn die Natur hält nicht inne...

Einige Arbeiten sind nun einmal im zeitigen Frühjahr zu verrichten, können aber momentan leider nicht in gewohnter Weise durchgeführt werden. Daher haben wir uns neu aufgestellt und gehen die wichtigsten Aktionen in kleiner Besetzung an. Immer unter Berücksichtigung der derzeitigen Hygienebestimmungen und leider auch ohne den obligatorischen Eintopf...

Aber zu den Aktionen: Bis Ende Februar müssen wegen des beginnenden Brutgeschehens Baumfällarbeiten erledigt sein. Nun haben wir einige Flächen, wie z.B. am Zengeling, wo der Wildwuchs mittlerweile in Form von größeren Wildbäumen dem Bodenbewuchs das Licht weg nimmt. Damit wir diese Flächen offen halten, bekommen wir Fördermittel. Also ist der kettensägeberechtigte Vorstand in kleiner Besetzung der Verbuschung und den unerwünschten Bäumen auf die Rinde gerückt. Einige Stämme bereiteten uns Probleme, indem sie sich vehement in benachbarten Bäume verkrallten, weswegen wir sie mit unserem neuen Seilzug in die Waagerechte ziehen mussten. Nach einigen Stunden entstand ein lichtes Stück Wiese, das in einer weiteren Aktion von einer kleinen Arbeitsgruppe von Ast- und Stammholz beräumt wird.

Zeitgleich sorgte sich eine weitere Gruppe von Aktiven auf dem Schnitzenbusch um die Zukunft der jungen Apfelbäume. Nach dem Desaster der letzten Monate, als wir zahlreiche Jungbäume wegen Rindenpilz vernichten mussten, wurden die intakten Bäume vorsorglich mit einem Sonnenschutz aus Schilfmatten versehen, damit die Sonne die Rinde nicht aufplatzen lassen kann. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die jungen Stämmchen noch mit einer sog. Stammdüngung und einer freigelegten Baumscheibe versehen werden, um sie widerstandsfähiger zu machen.

Es ist abzusehen, dass die Kleingruppenarbeit noch eine Zeitlang unsere Aktionen prägen wird. Die Mitglieder werden per e-mail darüber informiert, wer sich diesen Aktionen noch anschließen möchte, kann einfach Kontakt mit uns aufnehmen.

Neue Bäume braucht das Land...

 

Alte Apfelsorten sind heutzutage buchstäblich „in aller Munde“. Man findet sie vor allem auf den Streuobstwiesen. Im Siebengebirge befasst sich die Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge e.V. in Königswinter seit mehr als 30 Jahren mit der Pflege und dem Erhalt solcher Streuobstwiesen. In die Jahre gekommen ist naturgemäß auch der eine oder andere Apfelbaum, Äste brechen ab, Fäulnis befällt trotz sorgfältigem Schnitt die Stämme, letztlich stirbt der Baum, bleibt aber als Lebensraum für zahlreiche Tiere auf der Wiese erhalten. Deswegen ist es erforderlich, den Baumbestand regelmäßig zu verjüngen. Zum Glück haben die Naturschützer einen regionalen Baumschulbetrieb gefunden, der die alten Apfelsorten veredelt und als pflanzfähige Jungbäumchen vorhält.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben sich über die Jahre ein solides know how erarbeitet, um diese jungen Bäume nachhaltig in die Erde der Streuobstwiesen zu bringen. Tiefe Pflanzlöcher müssen ausgehoben werden, Drahtkörbe gegen den Mäusefraß installiert und stabile Stützpfähle in den Boden gerammt werden. Die jungen Pflanzlinge werden dann sanft am Wurzelwerk beschnitten und nach dem Einsetzen und Verfüllen mit Schnüren oder Haltebändern an den Pfosten verankert, damit kein Sturm die „Heranwachsenden“ in Schieflage bringt. Zum Abschluss wird der Pflanzung noch ein stabiler Maschendrahtkäfig verpasst, damit die beweidenden Tiere den Stämmchen nicht an der Rinde nagen.


All das bedingt natürlich nicht unerhebliche Geldmittel, damit gutes Material angeschafft werden kann und die Arbeit nach etlichen Jahren viele reife und leckere Früchte trägt. Deswegen hat die Allianz-Vertretung Christian Höffe, Königswinter, die Pflanzaktion mit 900,-€ finanziell unterstützt.
Die Aktion „Blauer Adler“ ist ein Bestandteil der 1990 gegründeten Allianz-Umweltstiftung, die die Harmonie zwischen Mensch und Natur fördert.

Jetzt im Herbst ist normalerweise eine gute Zeit, um Apfelbäume zu pflanzen. So war geplant, zusammen mit Angestellten der Allianz-Versicherung diese Arbeiten durchzuführen. Die Bäume waren gekauft, Pfähle und sonstiges Material beschafft und die Aktiven für den Termin motiviert.
Leider haben die vorherrschenden Corona-Bedingungen eine gemeinsame Aktion vereitelt. Nun gibt es in diesem Jahr kein Gebuddel und Gegrabe mehr, die Bäume bleiben in der Obhut der Baumschule, Holz und Lager beim Handel und die Aktiven Mitglieder zuhause.
Aber aufgehoben ist nichts: Sobald es wieder möglich ist, vielleicht im Frühjahr des nächsten Jahres, wird die Aktion nachgeholt, dann hoffentlich bei bester Gesundheit.

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Pfahlsetzen mit der Ramme

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 Binden mit Windstricken

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Einsetzen des Jungbaumes 

Alle Fotos: © Chris Harraß

Danke für Ihre / Eure Mitarbeit und Unterstützung

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Ein flammendes Ende

 

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Es hätte so schön sein können, wir hätten zum Jahresende mit einer Gruppe von Sponsoren etliche Apfelbäume auf der Streuobstwiese am Dollendorfer Schnitzenbusch pflanzen können. Dann kam Corona, und es war nicht zu verantworten gewesen, uns mit vielen Menschen auf der Pflanzfläche aufzuhalten. Also wurde dieser Termin, wie so viele in diesem Jahr, abgesagt, er wird aber bei baldiger Gelegenheit nachgeholt.
Dann kam aber eine weitere Hiobsbotschaft über uns: Wir hatten einen akuten Pilzbefall, den Rindenbrand, an mehr als 15 jungen Bäumen festgestellt. Dabei reißt die Rinde der jungen Bäume auf, und der Pilz beginnt sein zerstörerisches Werk. Darüber hinaus ist er hoch infektiös und kann den gesamten Bestand gefährden. Allerdings können sich die älteren Bäume recht gut dagegen wehren. Die Trockenheit und die Hitze der vergangenen Jahre hatte die Ausbreitung der Krankheit begünstigt.

Die Folge war, dass diese jungen Bäume „mit Stumpf und Stiel“ vernichtet werden mussten. Also machten wir uns im kleinen Kreis unter strenger Einhaltung der Corona-Maßnahmen daran, die Arbeit von Jahren mit Traktor und Kettensäge zu vernichten. Manch einer von uns mag insgeheim eine Träne dabei verdrückt haben, aber uns blieb keine andere Wahl.

Es wurde ein gewaltiges Feuer entzündet (natürlich mit Genehmigung), und alle Bäume, die Stützstangen und das geschnittene Astwerk der vergangenen Aktionen den Flammen übergeben. Zwei Tage dauerte die Aktion, am Ende waren 16 Apfelbäume, ungezählte Stützpfähle und ein riesiger Reisighaufen in Rauch aufgegangen und die Streuobstfläche am Schnitzenbusch hoffentlich erst einmal sicher. Diese Arbeit ist nicht die, die wir eigentlich machen wollen, trotzdem wurde sie mit viel Engagement zu Ende gebracht. Zum Glück war das Wetter sehr gut, der winterliche Sonnenschein erleichterte uns die Arbeit ein wenig.
Wie geht es nun weiter? Das nächste Jahr wird es zeigen, wir sind optimistisch, pflegen unsere Geräte, machen Pläne und hoffen, dass alle gesund bleiben. Auch die Obstbäume!

© Text und Fotos: Chris Harraß (BNS)

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Typisches Erscheinungsbild des Rindenbrandes 

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 Das "Brandopfer" am Schnitzenbusch aus der Luft